• Katinka Reichelt

ALLES ändert sich bei uns

Aktualisiert: Juni 6



Ich schreibe euch, weil ihr wissen sollt, dass unser Leben, so wie wir es bis vor wenigen Wochen kannten, komplett auf dem Kopf steht. Der Einschnitt ist so tief, dass wir ihn noch gar nicht mit all seinen Konsequenzen erfassen können.


Manche von euch haben vielleicht schon gelesen, dass ich mein zweites Kind erwarte, ein Geschwisterchen für unseren Mini Rebel Emily, so heiß ersehnt von uns und von ihr!

Seit Ende April wissen wir, dass unser Baby nicht gesund auf die Welt kommen wird. Der Himmel, den wir immer so schön und sorglos gestalten wollten, für sie, für euch, für uns, ist über uns eingestürzt.

Emily pustet morgens Seifenblasen über meinen Babybauch und ruft voller Glück „Teiner Buder!!!!“

Sie weiß nicht, dass ihr kleiner Bruder, der im September auf die Welt kommen soll, viele Eingriffe und Operationen brauchen wird, von der ersten Stunde an. Wie oft wir durch Krankenhausaufenthalte getrennt sein werden. Dass er all meine Aufmerksamkeit und Fürsorge brauchen wird, um überhaupt stark genug zu werden für die erste OP mit 3 bis 4 Monaten.

Ich werde mich nicht um unser Geschäft kümmern können. Und in meinen Händen halte ich nichts als meine Liebe und meine Hoffnung, um überhaupt den nächsten Schritt gehen zu können... schon jetzt.

Was tun? Und was zuerst?


Wir dachten, es würde nun besser werden, nachdem wir durch 15 Monate Corona und die Zwangspausen unserer Gastronomiekunden hindurch immer noch in Kurzarbeit sind. Nun brauchen wir stattdessen zusätzliche Helfer, die beherzt einspringen, sich nicht vor der Aufgabe fürchten und die Nerven für eine Ausnahmesituation haben, das Ganze in der turbulentesten Jahreszeit.

Wir gehen gerade auf die Suche nach einem Partner, der für eben diese Gastronomiekunden, die ganz allmählich und Gott sei Dank wieder in alter Treue zurückkehren, in unserer gewohnten Qualität produzieren könnte. Und wir hoffen und beten, dass wir jemanden finden, der die Integrität, die Vision, das Know How und das Herz hat, Flour Rebels mit uns in die Zukunft zu tragen.


LOSLASSEN, WENN DU NICHTS WILLST ALS FESTHALTEN.



Ich kann nicht beschreiben, wie sehr unser aller Herz schmerzt: als Mutter, als Vater, als Großeltern und auch als Gründer der Flour Rebels-Idee.

Wir sind ein kleines Familienunternehmen und unser aller Schultern werden gebraucht, um unser Baby in eine hoffentlich gesunde Zukunft zu tragen. Und gleichzeitig geht das Leben weiter, schon jetzt oft erbarmungslos mit all den Untersuchungen, Kosten, Hilfsanträgen und Nachrichten, die schon jede für sich kaum zu verkraften sind.

Ihr seid da draußen, ihr verlasst euch auf uns; jede(r) einzelne mit einer ganz eigenen Geschichte und dem, was euch Corona zugefügt Das ist uns zutiefst bewusst.

Wir brauchen euch dennoch alle, um unser Geschäft weiterführen zu können, auch wenn es vielleicht mal irgendwo hakt. Wir brauchen eure Ideen; eure Fähigkeit, mit einer solchen Verletzlichkeit umzugehen. Denn Fakt ist: Wir können das nur gemeinsam schaffen, wenn ihr wollt, dass Flour Rebels weiter existiert. Wir wollen das von ganzem Herzen. Aber Fakt ist auch, dass wir weit über uns selbst hinaus wachsen müssen.

Meine Angst vor dem, was kommt, ist unbeschreiblich. Und ich würde alles dafür geben, dass unser Baby das, was ihm bevorsteht, nicht durchmachen müsste. Aber die Wahl habe ich nicht. Ich habe nur die, euch zu sagen, wie es gerade für uns ist und darum zu beten, dass sich Lösungen zeigen werden.


#baby #schwangerschaft #komplikationen

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