Mathematik: 6.



Langsam frage ich mich, warum ich in diesem Land unaufhörlich für dumm verkauft werde.

Jeden Tag höre oder lese ich Zahlen, für die jede(r) Schüler*in mit sehr viel Wohlwollen eine 5 bekäme.

Wenn ein Liter Milch gerade noch 1.09 Euro gekostet hat und jetzt kostet er 1.79: Wie viel Prozent ist das dann teurer?

Wenn die Butter noch kürzlich 1.63 gekostet hat und nun kostet sie 2.39 im Großmarkt: Wie viel habe ich dann mehr ausgegeben?


Die Inflation beträgt angeblich 8%, Tendenz steigend. Wenn Rahul und ich für Euch einkaufen gehen, gerade heute wieder, dann zahlen wir mindestens 25%, für manche Zutaten sogar 100% mehr als noch Anfang des Jahres. Und wenn's ganz übel wird, gern auch mal das Vierfache. Unser Geld ist also nicht 8% weniger wert, sondern in vielen Fällen nur noch die Hälfte. Oder im (bis dato) schlimmsten, aber nicht Einzelfall, ein viertel.

Ich vermute, dass es euch nicht viel anders ergeht, selbst wenn ihr die größten Schnäppchenjäger unter dieser Sonne seid. Die üble Angewohnheit, dass immer der maximale Energiepreis genommen wird, auch wenn die Energie viel, viel weniger kostet, breitet sich überall seuchenartig aus, vom Margarine- bis zum Obstregal. Im Angesicht des ungeheizten Winters ruft selbst H&M auf einmal Cashmere-Pullover-Preise von 80 Euro auf.


Doch damit endet die Mathematik des Grauens noch lange nicht.


Denn zu den sich überschlagenden Preisen kommen nun die Sonderanschaffungen für den potenziellen Blackout – falls es dazu kommt. Eine sichere Sparstrategie wäre, nichts anzuschaffen und das beste zu hoffen.

Wenn allerdings der Strom tatsächlich irgendwann komplett weg ist… wohlmöglich für mehrere Tage… dann wird mich der Sand, in dem mein Kopf steckt, nicht satt machen und meinen Durst nicht löschen. Und immer mehr Experten sagen: Der Tag wird kommen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

Ich denke: Wasser, Campingkocher, Taschenlampe, Konserven, Cracker, Windeln. Ich denke: Mütter, die ihren Babys keine Flasche warm machen können. Menschen in Krankenhäusern, deren Life Support plötzlich ausfällt. Oder – HILFE!!!! – Stromausfall bei der nächsten OP unseres Sohnes, die im Winter ansteht. Stumme Telefone, unbenutzbare Supermärkte oder Apotheken, Bankautomaten, die nicht mehr funktionieren. Ist egal, fällt mir ein, man kann ja eh nichts mehr kaufen. Ich denke: kalte, dunkle Wohnungen. An Kinder die inhalieren müssen, wie Emily jetzt gerade… und es ist "nur" Husten. Dass ich dann meine Freundinnen nicht mehr anrufen kann, oder meine Familie.


Corona war eigentlich schon undenkbar. Dieses ist noch viel undenkbarer.


Ich merke, wie ich immer wütender werde.

Denn parallel zu all dem treffen Strom- und Gasabrechnungen ein, die für normale Menschen wie uns nicht mehr bezahlbar sind. Womit wir bei der nächsten Mathematik-Aufgabe wären, die vorn und hinten nicht aufgeht.

Die Regierung, die kein Stromproblem sieht, sondern eine einmalige Chance zum Stromsparen und zum Waschlappen-Revival wittert, kann sich vermutlich nicht vorstellen, dass die gesamte Nahrungsmittelindustrie funktionierende, stromspendende Steckdosen für Herde, Öfen, Kühlschränke und Tiefkühlgeräte braucht. Genauso wie jede andere Industrie auch.


Das Geld, das jeden Tag für ihre Politik der blinden Unfähigkeit verbrannt wird, für die (zusätzlichen) Abgeordneten, die (zusätzlich angeschafften) Staatssekretäre, für die (zusätzlich angeschafften) Berater*innen, für die zusätzlichen Sitzungen und Flüge und Häppchen und Konferenzen… mit all diesem verschwendeten Geld könnte man ganz Europa mühelos beleuchten und heizen.


Es fühlt sich an, als würden von mindestens drei Seiten riesige Schaufelbagger alles unter sich begraben, was nach Vernunft, Planung, Verhältnismäßigkeit klingt… zum zweiten Mal in drei Jahren.

Jeder verkauft seine Seele für die Droge Wichtigkeit. Niemand gebietet dem ganzen Einhalt.


Es macht mich so traurig, mir vorzustellen, dass Flour Rebels in die Häckselmaschine dieses Wahnsinns geraten ist. Dass meine Kinder bisher nichts anderes gesehen haben als Corona und Kontaktverbote mit Menschen hinter Masken; dass immer noch über Impfpflicht für die Kleinen und Kleinsten nachgedacht wird, obwohl inzwischen jeder weiß, was für eine furchtbare Fehleinschätzung bei den Risiken und Nebenwirkungen vorliegt (ja, an alle: Wir Erwachsenen sind alle geimpft!).

Dass sie einem Wirtschaftsminister, der nicht weiß, was Insolvenz ist, hilflos ausgeliefert sind und dass seine Unwissenheit und Ignoranz ihre und unsere Existenz bedroht; dass er wiederum einem Kanzler folgt, der sich an zig erlassene Steuermillionen nicht erinnern kann (wofür jeder normale Mensch zum Neurologen geschickt würde, um den Uhrentest zu machen); flankiert von einem Gesundheitsminister, der ganz doll froh darüber ist, dass die neue Corona-Impfung die Symptome der Krankheit, die man natürlich trotz Impfung jederzeit bekommen kann, viel schneller zum Vorschein bringt. Juchhuh.


Es ist ein Grusel-Kabinett, das nicht rechnen und nichts nachempfinden kann. Eine Truppe, die von nichts betroffen ist, denn ihre Existenz ist für alle Zeiten gesichert. Glückwunsch dazu.

Ich hoffe, das ist nicht das vorläufige Endergebnis von zu viel genmanipuliertem Weizen, der die Blut-Hirn-Schranke durchbrochen hat. Wundern würde es mich nicht.

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