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Ein Gefühl von Sehnsucht


 Jeden Tag ruft jemand von Euch an – PrivatkundInnen, Hotels, Restaurants, AIDA-Cruiser – und fragt, was zu tun ist, um irgendwie an Produkte wie unsere zu kommen. Das macht mich froh und traurig zugleich. Mit genau dieser Frage habe ich selbst angefangen, zu backen. Ich weiß heute noch genau, wie sich das damals angefühlt hat. Nicht gut. Sehnsucht. Ungestillt. Nach dem normalsten und ruhmreichsten, was Deutschland für jeden zu bieten hat: frisches Brot.


Ohne damals die geringste Ahnung zu haben, war ich wild entschlossen, weiter knusprige Brötchen und himmlische Kekse zu essen – und mich nicht mit den Pappkameraden abspeisen zu lassen, die um die Jahrtausendwende in den Regalen standen. Das war vor 20 Jahren. Und JETZT?

"Jetzt", sagt Daniel Schöfisch, Chef im einzigartig schönen und preisgekrönten Hotel Seezeitlodge, "jetzt ist es immer noch genauso." Er ist einer der unermüdlich Suchenden für seine Gäste nach der spirituellen Erfahrung des völlig normalen: ein knsupriges, lockeres, leckeres Brötchen zum Frühstück. Entspannung beim Essen.

Es gibt nur sehr wenige Adressen, die ich (wie diese) uneingeschränkt weiterempfehlen würde. Und meine eigenen Erfahrungen in Hotels fühlen sich immer noch an wie ein Ritt über den Bodensee – ohne Pferd. Diese ist eine davon. Das gelobte Land ist nicht in Sicht.




Und so wie schon vor 20 Jahren, martere ich mir immer noch das Hirn darüber, wo man richtig gute frische Backwaren ohne Gluten bekommt; welches Restaurant oder Hotel uneingeschränkt sichere und tolle Produkte anbietet ohne den Nachsatz: …dafür, dass es glutenfrei ist…"

Ich möchte mich (immer noch vergeblich) einfach so an einen Tisch setzen können, meine Kiddies neben mich, ohne vorher 3 x anzurufen und mich auch bei der Ankunft noch einmal sicherheitshalber zu erkundigen.


Wenn es ohne Gluten nicht ginge, würde ich mich geschlagen geben. Aber in Schweden z. B. hat jedes Restaurant VERPFLICHTEND glutenfreie Menüoptionen. In Riyadh beliefern die Kliniken ihre PatientInnen kostenlos mit (unseren) glutenfreien Produkten. Auf der AIDA fahren Passagiere top glutenfrei versorgt um die Welt.


EINE FRAGE DER HALTUNG


Es ist, wie alles im Leben, eine Frage der Einstellung. Wenn in Berlin durch einen Terroranschlag erstmal tagelang der Strom, und damit die Heizung, und damit das Telefon, and damit der heiße Kaffee oder Tee, und damit das warme Wasser zum Waschen weggesprengt wird und die Klingel nicht mehr geht, wenn der Nachbar helfen will, dann ist es eine Frage der Haltung, ob ich sämtliche Gulaschkanonen der Stadt auffahre oder alle Baumärkte überrede oder zwinge, die Taschenlampen rauszurücken, oder die Hotels, Übernachtungsbetten zur Verfügung zu stellen. Oder eben Tennisspielen gehe.



Ich finde es absolut erstaunlich, dass jedes Hotel oder Restaurant mindestens ein paar Dutzend Variationen von Alkohol auf der Karte hat, aber die wenigsten ein glutenfreies Brotkörbchen oder einen Keks zum Kaffee.

Wenn Du also mit Zöliakie in der Lage bist, selbst glutenfreie Kekse und Kuchen, Baguette, Laugengebäck oder Franzbrötchen zu zaubern, dann kannst Du nur gewinnen. Für Dich selbst, für Deine Familie,  vielleicht sogar als Business. Selbst in Riyadh – wenn Freitag (also Sonntag) ist und ich mit meinen Mäusen zum Brunch gehe –, bin ich bis an die Zähne mit glutenfreien Brötchen und Müslis bewaffnet und Keksen zum Nachtisch, damit sie nicht traurig auf das artenreiche, von Gluten nur so dampfende Dessert-Buffet starren müssen.


Kürzlich sprachen wir mit einer glutenfreien Bäckerin ganz in der Nähe unserer Manufaktur, und sie sagte den einzig wahren Satz: "Um Konkurrenz muss man sich echt keine Sorgen machen. Menschen mit Glutenunverträglichkeit sind in Deutschland so derartig unterversorgt mit frischen Backwaren, dass hier noch Tausende von Bäckern Platz haben."


Und genau darum liegt es mir so am Herzen, diese Armada im Kleinen und im Großen zu verstärken, völlig neue Ideen zu entwickeln, wie wir endlich Abhilfe schaffen könnten. Dazu brauche ich DICH: Deine Ideen, Deine Backlust, Gedanken, die noch nie jemand gehabt oder offen ausgesprochen hat. NICHTS zu tun, hatten wir jetzt lange genug versucht. Wie können wir die Expertise schaffen, die wir uns selbst wünschen? Was denkst Du?


Schreib uns, wenn Du Lust oder Ideen hast, an katrin@flourrebels.com


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